Liebe Leserin, lieber Leser!

 

Wenn z.B. Mandy und Kevin Krawuttke Eltern werden, dann ist, das sicher ein freudiges Ereignis. Zumindest für Krawuttkes. Der freudige Umstand birgt aber auch ein Problem in sich. Nämlich, wenn es nämlich um die Wahl eines Namens fürs Kind geht.

Da Mandy und Kevin nun mal ein Kind bekommen und kein lustiges und niedliches Zootier bleiben sie bei der Namenswahl ganz allein auf sich gestellt und haben keine Möglichkeit ihre Mitmenschen über den regionalen Rundfunk um Vorschläge zu bitten und zum Votum aufzufordern. Ihnen bleiben nur die Namen auf Kinoplakaten und aus den aktuellen Hitparaden der fröhlichen Radiosender.

So ist es möglich, dass Klein- Krawuttke je nach dem ob männliches oder weibliches Menschenkind schlimmstenfalls Sheherezade oder Winnetou heißen könnte,

Wahrscheinlich ist es jedoch, dass Mandy und Kevin Krawuttke ihren Sprössling Vivien- Chantal, Leonie- Renèe, Jamie- Justin oder David- Ahmet nennen werden.

Und niemand wird es verhindern können, dass Krawuttkes ihrem Verlangen nach Exotik im Leben durch die Bestrafung ihrer Kinder mit diesem phonetischen Schrott Ausdruck verleihen werden.

Vorbei ist die Zeit in denen Kinder Kerstin, Uwe oder Frank hießen. Man hatte einen Rufnamen dessen Klang sich mit dem des Familiennamens vertrug. Sicher, es gab auch Doppelnamen wie Karl- Heinz. Ansonsten blieb der zweite Name, zum Schutz vor den Hänseleien der Umwelt, auf immer das Geheimnis seines Trägers. Diese Scham ist verloren gegangen. Schade!

Der Adel hatte schon immer das Privileg durch klangvolle Titel und eine Vielzahl von Namen seine Umwelt zu beeindrucken zu können.

Aber auch in den Reihen der Untertanen war das Bestreben  des Menschleins festzustellen sich aus der Masse hervorzuheben. Überkandidelte, wie unsere Altvorderen sagten.

Es war für die Zeitgenossin Lieschen Meier in der Vergangenheit schlechterdings unmöglich durch Verehelichung mit Paul Müller eine schlichte Frau Müller zu werden. Paul blieb Müller aber Lieschen wurde zu Meier- Müller. Die kleinen Ableger rief man dann Winfried, Felizitas, Gerhilde oder Wotan. So wurde der Grundstein für innerfamiliäre Bedeutsamkeit gelegt, der sich bis zum heutigen Tag fortsetzt. Wer von uns ist denn noch überrascht, wenn nach der Sitzung des Kuratoriums "Bockwurst im Wandel der Zeiten" Undine Rindfleisch- Hundeshagen zum Mikrofon des Fernsehreporters gebeten wird?

Sind wir nicht geradezu enttäuscht, wenn nach den Vorstandssitzungen bestimmter Parteien nicht Roswitha- Gundela Hildebrandt- Edelhuber ans Mirko tritt sondern nur Hans Wurst? Sind extralange Doppel Vor- und Familiennamen nicht fast schon besser als ein Adelprädikat oder ein akademischer Titel?

Wehe sie sprechen eine solcherart veredelte Person an und vergessen einen der schwerverdienten Namen. Sie haben keine Vorstellung was ihnen wegen dieser Form der Sprachökonomie blühen kann.

"Zeige mir deinen Personalausweis und ich sage dir wie du heißt". Das war einmal. Auch hier sind die Fallen gut aufgestellt und können zu großer Verärgerung führen, wenn man in sie hineintappt. Wir lesen David, Patrick, Jason. Nennen wir diese Menschen auch so?  Empörung, Empörung! Natürlich will der angesprochene Devid, Petrick und Jeson genannt werden. Warum eigentlich?

Wer sein Kind Caroline nennt und will das es Kerolein gerufen wird, der soll es gefälligst auch so schreiben, wenn er es kann.

 

Das musste mal gesagt werden.

 

Ihr Murrat- Kevin Kesselstein- Pimpelhuber VI.

 

 

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