Beste Gesundheit!

Kennen Sie Gus Hall? Nein? Ich gebe es ehrlich zu, mir ist der Name auch erst neulich wieder eingefallen. Gus Hall war in den 70er und 80er Jahren der amerikanische Gegenspieler von Reagan, Nixon und Co. Die Kommunistische Partei der USA schickte ihn alle paar Jahre in den Wahlkampf. Er war den alten Männern in der DDR Führung wichtig. Sein Glückwunschtelegramm bekam er immer von olle Erich und seinen Kumpels. Die Verwunderung, daß er in der Berichterstattung des Westfernsehens nicht vorkam, hielt bei mir nicht lange an. Das Endergebnis vom mächtigen Gus war mathematisch kaum auszudrücken.

Wir Deutschen haben jetzt auch unseren eigenen Gus Hall. Guido Westerwelle!

Der Herr Woytila könnte ein kinderreicher Familienvater sein, wenn er nicht Papst wäre! So isses im Leben: Irgendwas ist immer!

 

Zur Freude der Spaßgesellschaft hat Guido, Bismarks einzig legitimer Nachfolger, den Staffelstab vom Vordenker Möllemann übernommen. Zuerst visierte er die sicheren 18% an und nun auch noch den Chefstuhl im Kanzleramt. Da hätte Mölli zwar lieber selbst Platz genommen, doch so ist es auch gut. So wird Jürgen W. eben Präsident oder er schickt Wolle Thierse mal eben zu Merkels Friseur und erobert die Macht im Bundestag. Von ihm konnten wir schon immer vieeeeeeel lernen. War ja schließlich mal Bundesbildungsminister. Lange vor PISA!

Die gigantische Werbemaschinerie arbeitet wie ein Schweizer Uhrwerk. Guido. die geföhnte Worthülse, inzeniert sich selbst und spricht immer wieder von der Außenpolitik die "in der Grundachse in der Kontinuiät liberaler Tradition steht". Dolly Buster wirft ihre zwischenmenschliche Kompetenz in die Waagschaale und Wigald Boning sorgt für Spaß.

Überholen ohne Einzuholen. Kennen sie das noch? Die FDP wird der Beweis sein, daß es doch funktioniert. Obwohl in kaum einem Länderparlament vetreten, frißt sie doch aus den Töpfen der Großen.

Harald Schmidt gewöhnt uns schon mal an das mögliche Wahlergebnis. Bei ihm und seinem repäsentativen Publikum sind sogar mehr als 20% für Guidos Sportsfreunde drin.

Guido träumt davon der Horrortruppe Stoibers, mit dem offiziellen Namen Kompetenzteam, anzugehören. Eine Demonstration in punkto Glaubwürdigkeit haben wir erst nach den Landtagswahlen in Sachsen - Anhalt erhalten. Die Generalin wird als Stimmenfängerin ins Rennen geschickt. Das gelingt mangels Alternative. Kaum war das erreicht zog die FDP ihre Zonenbarbie wieder aus dem Geschehen, weil sie im Bundestagswahlkampf wichtig sein könnte. Vielleicht war ihr auch ein "möglicherweise" Posten in Berlin lieber, als ein sicherer Ministersessel in Magdeburg. Da braucht sie sich nicht an ihr dummes Geschwätz aus den "Wählt- mich- ich-steh-für- Sachsen- Anhalt-Veranstaltungen" erinnern lassen. Die neuen mündigen Wähler brauchen eben blonde Köpfe statt gelber Westen.

Die Konkurenten nehmens lustig, wenn sie vom gelben Swingerbus der Machtergreifung hören. "Guidomobil" wurde es vom ergeizigen Kandidaten selbst getauft. Wähler vor Ort will er damit abholen. Hoffentlich wird es nicht mal als Fluchtfahrzeug gebraucht.

Gut, daß es ein kollektives Vergessen gibt. Wer erinnert sich schon, daß die FDP die Partei ist, die am längsten mitregiert hat und so etwas wie Mitschuld daran trägt, wie die Erfolgsbilanz im Moment aussieht.

Von Vorteil für den allgemeinen Opportunismus scheint es auf jeden Fall zu sein, daß die positive Grundstimmung in der FDP durch kein Programm gestört wird, daß bezüglich seiner Aussagen hinterfragt werden kann.

Da kommen amerikanische Verhältnisse auf uns zu, die sind nur bei bester Gesundheit zu überstehen.

Hier schließt sich der Kreis. Danke Gus Hall! Wie heißt es in Abwandlung einer alten Volksweisheit: Von den USA lernen heißt siegen lernen!

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