Sehr geehrter Herr Jauch,

herzlichen Glückwunsch zur Titelgeschichte . In der Maiausgabe der Satirezeitschrift „Eulenspiegel" sind Sie außerdem auch noch gemeinsam mit dem Papst abgebildet.

Da sind Sie noch mal gut weggekommen.

Sie sind aber auch eine Marke. Eine Marke die Quote bringt

Es gibt ja auch keinen Grund Sie ernsthaft „durch den Kakao zu ziehen".

Alles in Allem ist was Sie anbieten ist immer irgendwie OK. Jeder Tag ist nicht gleich. Wir sind alle nur Menschen.

Ich weiß jetzt nicht wie alt Sie sind, ist ja auch irgendwie Ihre Sache aber die Häufigkeit mit der Sie auf dem Bildschirm zu sehen sein können, wenn man will, ist schon beängstigend. Es entsteht der Eindruck als ob Sie sehr schwer krank wären und all das was Sie sich in Ihrem Leben vorgenommen haben im Schnelldurchlauf noch erledigen wollten.

Mit dem so erzielten Dieter- Thomas-Heck- Effekt beängstigen Sie uns manchmal.

Meine Familie und ich machen uns ernsthaft Gedanken um Sie, wenn wir Sie mal einen Tag nicht in der Flimmerkiste sehen. Zum Glück gibt es das nicht so oft.

Jetzt arbeiten Sie auch noch als Wecker für Schlafmünzen. Klasse!!! Nur, warum sollen wir sie (nein nicht SIE) auf die Bank bringen. Fast hatte ich die Nummer mit den Zinsen geglaubt, bis mir die derzeit mögliche Gewinnspanne einfiel. Wäre es nicht einfacher die Zielgruppe auf den RTL- Shop hinzuweisen? Der Zuschauer würde noch etwas Gutes tun, nämlich einem armen Sender finanziell auf die Beine zu helfen, anstatt auf die Zinsen (hahaha) zu warten. Auf die Bank lässt es dann der RTL Chef mit einem lustigen PR- Gag bringen. Der Einzahlungsakt lässt sich vielleicht in eine Daily Soap einbauen und der Bundesbankpräsident holt es sich nach jeder Sendung persönlich bei Ihnen ab. Ist alles nur eine Frage des Geldes. Vielleicht könnte in diesem Zusammenhang das Imitat eines Formel 1 – Fahrers, Heinz-Harald F., das Postauto mit der Kohle fahren? Das kann er ohnehin besser als andere. Ich glaube wenn er den Rennfahrer gibt trägt er unter dem Helm ein grünes Kordhütchen.

Entschuldigung, ich schweife ab.

Neben Stern- TV sehe ich Sie am liebsten in der Sendung „Wer will 32000 Mark ?". Hier sehe ich den Leitspruch, den mir meine Lehrer mit auf den Weg gaben endlich bestätigt: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir". Es geht doch nichts über ein gepflegtes Halbwissen mit dem man Familie oder Freundes- und Bekanntenkreis beeindrucken kann.

Die ursprüngliche Ausgangsfrage „Wer wird Millionär ?" wurde ja nie zur Beantwortung freigegeben. Na gut das wäre sicher auch nur eine 100 Mark- Frage. Nein, ich will nicht den Verdacht von Missgunst aufkommen lassen. Es ist nicht einfach was Sie dort so leisten müssen. Das weiß ich aber auch erst nachdem wir mit den vielen Quiz- Trittbrettfahrern konfrontiert wurden von denen die Meisten zu recht wieder in der Versenkung verschwinden durften. Sie, die Anderen, waren nur ein übelriechender Furz in der schnelllebigen Fernsehgeschichte. Ihnen traue ich im Gegensatz zu den Mitbewerbern zu, dass Sie viele dieser Fragen auch selbst beantworten könnten, wenn Sie müssten und auf das Geld angewiesen wären.

Es ist im Leben wie im Märchen, das Gute siegt.

Und trotzdem haben sich so viele Menschen den Schwachsinn angetan bei dem Sie partout 10 Millionen verschenken sollten. War Ihnen das nicht peinlich ? Das Konzept hätte nicht einmal der MDR gesendet und das will was heißen.

Ein Zufallskandidat begibt sich unter Ihrer Führung in die geistige Obhut einiger verschnarchter Prominenter, die durch ihre Anwesenheit auf ihre Vergangenheit hinweisen wollen, in der Hoffnung noch einmal ein Zukunft zu haben. Wenn es klappt darf der Mensch aus dem Volke auf einem Stuhl herumsitzen bis er von einem anderen Mitmenschen abgelöst wird. Wenn es mit den Millionen nicht hinhaut, dann gibt es 10.000 DM Schmerzensgeld. Alle Achtung, so viel Spaß hatte ich zuletzt bei einer Wurzelbehandlung ohne Betäubung.

Wenn der Gewinn schon nicht mit eigener Leistung verbunden sein darf , könnten die Kandidaten nicht eine Woche lang, jeden Tag in einer anderen Stadt, bei Rot über die Straße gehen? Wer zum Schluss übrig bleibt bekommt die Kohle. Für die Anderen übernimmt die SKL die Folgekosten. An Anmeldungen für diese Veranstaltung dürfte es sicher nicht mangeln. Sie würden damit sicher auch die werberelevante jugendliche Zielgruppe erreichen. Außerdem kann das Filmmaterial prima mehrfach aufbereitet werden. Vielleicht gibt es bei RTL2 bald eine Folge „Die dümmsten Fußgänger der Welt". Was übrig bleibt nimmt auf jeden Fall die ARD für den „7.Sinn".

Also in diesem Sinne und bleiben Sie schön gesund.

 

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