Büttenredner

Na dann wolln wer wieder mal! Tataaaaa, tataaaa, tataaaa!

Die Älteren unter uns werden sich erinnern. Das ZDF hatte früher mal eine Faschingsendung, die nannte sich "Jugend in die Bütt". Heute gibt es die wohl nicht mehr. Sie sind ja auch schon aus dem Alter raus die kleinen Racker von damals. Einige von ihnen sind später in die Politik gegangen. Wollten wohl ihr komisches Talent nicht verkümmern lassen?

In die Bütt gehen die dann immer noch. Es nennt sich heute politischer Aschermittwoch. So eine Art Stammtischtreffen. Unten sitzen die Kegelbrüder und saufen sich einen Huggel auf die Rübe und oben steht einer und redet Unsinn. Je voller das Publikum, desto hohler die Reden. Hauptsache kernig! In einem Wahljahr ist das besonders lustig.

Haben Sie schon ihre Taschen fest verschlossen? Bei uns im Supermarkt hat eine Firma, die Klebstoffe und -filme herstellt, Warenproben verteilt. Das wird sicher nicht reichen, um sich wirklich zu schützen. Man wird wieder versuchen uns die " Taschen- voll- zu- hauen". Es ist zu vermuten, daß in diesem Fall der Anschiß überall lauert.

Nicht mehr lange, mit Sicherheit vor der ersten Indio- Combo, werden Schirme mit den unterschiedlichsten Buchstabenkombinationen in der Fußgängerzone zu finden sein, unter denen uns Menschen beiderlei Geschlechts erzählen wollen müssen wie toll sie in der vergangenen Legeslaturperiode für alle Menschen gearbeitet haben.

Affäre Semmeling gesehen? In den oberen Etagen der Macht sind die Fronten klar. Strategien sind wahrscheinlich entwickelt. Es wird gelogen, manipuliert, intregiert und inszeniert das sich die Balken biegen. Stammel-Ede trifft auf Gerhard-mit-der-ruhigen-Hand. Drei-Phrasen-Guido hält sich bedeckt und nach allen Seiten offen. Hauptsache Regierungsbeteiligung. So wie der Rexrodt in Berlin will er die Chance Minister zu werden nicht versemmeln. Talkshow-Gregor will nicht mehr, der hat die Brocken der Bundespartei vor die Füße geworfen. Marathon-Joschka erscheint beinahe parteilos. Manchmal ist nicht klar wie die Strukturen funktionieren. Warum darf der brutalst mögliche Aufklärer in Hessen noch Ministerpräsi sein, während Liebe-Berlinerinen-und Berliner- Ebbe nicht mal einen Versorgungsposten im nächsten Bundestag bekommt?

Letzten Endes ist es auch egal wie es läuft. Die großen Bestimmer sitzen ohnehin in der Wirtschaft. Im doppelten Sinne. Die Bosse sitzen an den Hebeln und das Wahlvolk, an den Stammtischen vor den Bierkrügen. Was im Nebel hängen bleibt ist die politische Meinung.

Sieger wird, wer die schönsten Sachen verspricht. Auf eines kann man sicher immer verlassen: das kollektive Vergessen.

Weiß noch jemand, daß die Spritsteuer unter dem dicken Helmut um 25 Pfennige vorübergehend, für die deutsche Einheit, angehoben wurde? Der Solizuschlag geht auch schon in die nächste Dekade und wird übrigens auch von den Leuten im Osten gezahlt.

Erinnern wir uns an das Wutgeheul von Kohls- Politenkeln als die ersten Rot-Grünen Gestze beschlossen wurden? Wenn wir in vier Jahren die Regierung wieder übernehmen, dann machen wir das alles wieder rückgängig! Ökosteuer, Atomausstieg.Heute ist davon keine Rede mehr.

Da sind auch noch die Hinterbänkler, die vor jedem Wahlkampf befürchten müssen erworbene Pfründe zu verlieren. Die sind es, die uns die Schleimspur in die Fußgängerzone legen. Sie kämpfen direkt um unsere geneigte Stimme und hoffen auf unsere Vergesslichkeit. Da niemand so richtig weiß was der Wahlkreiskandidat in den letzten Jahren wirklich gemacht hat, setzen wir ihn einfach mit der Partei gleich, in der er seinen Beitrag bezahlt. Das ist nicht immer gut für ihn, denn es könnte ihn seinen Job kosten.

Nicht nur in Amerika kann man mit weniger Stimmen als der Gegner doch noch den Posten bekommen. Bei uns heißt das Zweitstimmenregelung. Sagt der Wähler nein, kommt man durch die Hintertür, genannt Listenplatz, doch wieder rein.Der dicke Helmut und der zottlige Wolfgang haben es auf diese Art und Weise 1998 geschafft.

Das Prinzip ist einfach wie genial, warum noch keiner auf die Idee gekommen ist so die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen? Einfach die Kündigung ignorieren. Ich glaub ich muß in die Politik!

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