Sind wir nicht alle ein bißchen Zlatko?

"Das erste was wir ihnen nehmen ist die Illusion!", sagte einmal ein Studiotechniker als es um den als es um die jungen "Berühmten" ging. So umfängt mich immer Mitleid, wenn ich von Daniel Müllkübel und seinen Kumpels höre. Sie machen sich fürn Appel und 'n Ei zur Feile und die Bohlengang und andere Konsorten reich und ein wenig schöner. "Deutschland sucht den Superstar" und man kann seiner nicht habhaft werden. Auch die staatlichen Organe nicht. Im März ist der ganze Spuk vorbei und irgendeiner ist zum Zlatko vom Dienst ernannt worden. Zugegeben, ich habe keine Folge dieses Dünnschisses im Fernsehen freiwillig mit angesehen. Das hat mir aber nichts geholfen. In jeder anderen Sendung, außerhalb der Tagesschau, wurde über den Morgenschiss von Gracia Dummdidel oder die Faltencreme von Bohlen berichtet. So blieb ich unweigerlich auf dem neuesten Stand, was die fröhlichen Untoten im RTL- Ghetto anging. Zum Schluß wissen wir warum? und wer? Sackratten hat oder Schambeinbrennen. Warum Kübeldani ein Rumfäßchen unter dem Herzen trägt und Aristoteles eingeschlafene Füße hat und sich Elfriede klonen ließ. Eines werden wir aber nicht wissen: Warum ist einer von diesen Schnarchnasen ein Superstar?! Vorallem bleibt eines auf ewig verborgen: Warum wollen die singen? Wenn sie Musiker werden wollten hätten sie sicher nicht nur eine Sklavenlehre beim Zwei- Melodien- Dieter gemacht. Fürchten wir uns vor der letzten Tournee der devoten Retorties, die jedem ernsthaften Musikclown die Schamröte ins Gesicht treibt, in der die Verantwortlichen noch mal richtig Kohle machen, bevor die lieben Kleinen sich wieder ihrer unspektakulären Bestimmung, Bindeneimer rausbringen oder Kartons aufreißen beim Aldi zuwenden können. Bei uns will man immerhin 50 € Eintritt für diese Computershow. Doch machen wir uns nichts vor die nächste Super-Puper- Mediale Sensation auf dem Markt der Peinlichkeiten, die nächste Staffel von Big Brother lauert bereits. Eines ist jetzt schon klar: Das Wort Ausscheidung hat für mich jetzt eine völlig neue Bedeutung bekommen.
Die ARD ist auch nicht clever, da sucht man nun jedes Jahr den Titel mit dem man sich am besten international beim Grand Prix am besten blamieren kann und wundert sich das immer Zausel Siegel dabei ist. Dabei gäbe es doch eine ganz einfache Lösung: Maulheld Schmuddelflink mit seinen hyperaktiven Teletaubbies engagieren, im Dezember die Aktion "Deutschland pupt auf den Superstar" starten und schon könnte man den Sieger im März in jedes Land der Welt verschicken. Ähnlich wie bein den diversen Miss und Misterwahlen, müßten die Sieger ein Jahr immer an allen Wettbewerben teilnehmen. Man bräuchte dafür noch nicht mal ein UN - Mandat. Nebenbei hätte das den Effekt, daß die ARD auf die geklonten Elstner- Brüder und diese ganzen volktümelnden Untoten verzichten oder zu "null -live" abschieben könnte und endlich mal Einfaltquoten wie "Wetten dass...?" hätten. Bei RTL wollten fanden regelmäßig 12 Mio Menschen den Abschaltknopf am Samstagabend nicht. Bei Thomas Gottschalk sind es regelmäßig nur unwesentlich mehr.
Der in Ehren erblondete hat den Olymp des Showgeschäftes bereits erreicht. Es ist inziwschen vollkmmen egal was für ein Scheiß geredet wird oder welchen Unfug ein Mitmensch als Wette anbietet, wenn T.G. als Ansager im Programmheft steht, wird eingeschaltet. Ein Prinzip das ihm, aus welchen Gründen auch ímmer, nur mit dem ZDF glückt. In den Privaten lief es für die gelockte Labertasche eher nicht so gut. Im ZDF wird diese zur Dauerwerbung verkommene Sendung jedoch geschaut und geschaut.
Zum Glück bin ich mit der Gnade des späten Aufstehens gesegnet. Das soll heißen, daß ich mir manchen Mist, der in der Glotze läuft, in den Morgenstunden, ohne vor Langeweile quängelnd Familienmitglieder, anschauen kann. Das sind Tage en denen ich erwache und zu mir sage: Nanu mir ist heute ist so masochistisch zumute, da muß man doch irgend etwas dafür tun können. Dann heißt es für mich oft: Zahnarzt oder Fernsehen. Um ehrlich zu sein meistens gewinnt der Fernseher. Da habe ich wenigsten die Kontrolle, wenn es mir zu viel wird.
So komme ich in unregelmäßigen Abständen in den zweifelhaften Genuß von der Sendung mit dem "Postboten" in der Menschen "...etwas machen, ohne dass es sie wirklich weiter bringt" (Gottschalk). Meistens machen sie sich lächerlich. Trotzdem wir als Gebührenzahler sollten vielleicht auch ein wenig dankbar sein. Die Wettakteure freuen sich über ihre 5- Minuten- Berühmtheit, da wird der eventuell zu erwartende kleine Obulus , wenn die Zuschauer per TED entscheiden, welche der sinnlosesten Wetten ihrer Meinung nach gewonnen hat, zur Nebensache. Wer sollte wirklich, wenn er wieder zur Vernunft gekommen sein sollte, später vor seinen Nachgeborenen damit angeben z.B das ZDF Programm auswendig gelernt und das auch noch öffentlich zugegeben zu haben?, oder seinen ersten Blowjob beim erkennen von Kindernuckeln zur Freude von Oma und Opa zur besten Sendezeit absolviert zu haben? Wir wissen doch inzwischen alle, daß im Fernsehen nichts dem Zufallüberlassen wird. Es wird geprobt bis die Schwarte kracht. Die eigentliche Überraschung ist doch eigentlich, wenn jemand seine Wette verliert. Schummeln ist ausdrücklich erlaubt, das wird aber erst hinterher bekannt gegeben. Wer würde sonst mit einem Opel (!!!!) eine Eisbahn hinunterfahren, wenn er nicht ein sehr erfahrener Stuntmen wäre. Kann es möglich sein, das diese unbegrenzte Überziehung der Sendezeit das eigentliche Konzept ist, weil das Publikum daheim bereits so hackedicht ist, das der Heiterkeitsfaktor und die Hemmschwelle wegen dieses Kitschkacks auch noch Telefongebühren zu investierenn unheimlich in die Höhe schnellt?
Die Promis treten ohnehin für lau auf. Die echten Stars, weil sie ihren neuen Film. die CD oder das Buch präsentieren wollen. Vielleicht haben sie ja ihrerseits auch nur eine Wette mit Kumples verloren und müssen zur Strafe zum Herrn der Gummibärchen. Die anderen, die ehemaligen Bekanntheiten gehen hin, um zu zeigen, daß sie noch da sind und hoffen, daß etwas vom Bekanntheitsgrad der "Echten" auf sie abfallen könnte. Der Satz der am meistens fällt ist die Entschuldigung, daß einer von den "Echten" jetzt geht, weil er zum Flieger müsse. In den Klatschmarsch hinein kann man manchmal noch hören, wie sich T.G. mit seinen Gästen für den nächsten Tag verabredet. Was bleibt zum Schluß noch sitzen? Keiner von denen die großartig angekündigt wurden. Wenn man da nicht auf den Punkt eínschaltet oder den ganzen Schmarn aufnimmt, verpaßt man schon mal die 3 Minuten- Präsentation seines kleinen Lieblings. Was bleibt dann noch hocken? Im Januar waren es Barbara Schöneberger, Dieter -Thomas Heck und Senta Berger. Im Februar gar Brigitte Mira, Stefan Raab und Oli Kahn. Macht doch einfach die Couch kleiner, dann kommt sich olle Gottschalk nicht so verlassen vor und ihr spart diese Statisten, die man ohnehin in jeder anderen Sendung schon genießen durfte, auch noch ein. Oder sollte es so sein, daß die Agenturen dieser Leute für deren Sitzplatz bezahlen.

Schließlich müßten, nach meiner laienhaften Berechnung, als der einzige Kostenfaktor die Honorare vom Beamtenapparat des ZDF übrigbleiben, die nicht gedeckt sind. Und dafür zahlen wir doch schließlich gern unsere GEZ- Gebühren!

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