In der Einführung klang es mehr oder minder verhalten an: Servicetechnisch gesehen ist die DDR in Mecklenburg- Vorpommern noch lange nicht tot. Vielleicht hatten wir aber auch einfach nur Pech. Hier unser kleines Tagebuch der Gemeinheiten während unseres Aufenthaltes :


Fischereihafen Barth Tourist- Info:
Unsere Nachfrage nach Sehenswerten in Barth und Umgebung. Die Antwort der Servicefachkraft, die gerade in ein sehr privates Gespräch vertieft schien: "Schauen sie einfach in den Prospekten nach". Dennoch informierte sie uns über Dinge die wir eigentlich sein lassen sollten wie zum Beispiel Fahrten mit den Ausflugsdampfern. Eine ihrer drei Restaurantempfehlungen suchten wir auch auf. und landeten im Lokal

"Zum Franziskaner"
Wir trafen auf einen Wirt der sich eine pädagogische Aufgabe gestellt hatte, wie wir nach dem Essen von durchschnittlicher Qualität feststellen durften. Unsere Nachfrage nach einem Aschenbecher wurde mit der Aufforderung gekontert die beiden anderen Gäste um Raucherlaubnis zu fragen.Arkona2

"Kaffee Mühle" Prerow
Kleines Lokal, etwas abseits der Hauptstrasse gelegen. Preiswerte und gute Hausmannskost. Ich bestellte ein Beck`s, weil es vom Fass nur das berüchtigte, mir bereits vom Vortag bekannte, "edle" Rostocker gab. Anstatt die Bestellung entgegen zu nehmen und es gut seins zu lassen, erklärte mir der Wirt die aktuellen Besitzverhältnisse der Brauereien im Lande. "Es ist egal ob sie Beck`s oder Rostocker nehmen, Beck`s hat die Rostocker aufgekauft". Während ich noch dankend über diese Belehrung nachsann, setzten sich an den Nachbartisch zwei junge Menschen und wollten eine Bestellung aufgeben. Es war inzwischen 13:35 Uhr und das Lokal schloss zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr. Außer uns und dem gerade eingetroffenen Pärchen war niemand mehr anwesend. Und doch fand der Wirt Zeit einen Satz in Richtung der jungen Menschen zu werfen: "Hier gibts nichts mehr, kommen sie um 5 wieder".
Leider suchten wir die Hinweistafel "Wegen Reichtum geschlossen!" vergeblich im Schaukasten des serviceorientierten Restaurants.

"56" Zingst
Auch hier fanden wir diesen Hinweis nicht. Das Verhalten des Fachpersonals bestärkte uns jedoch in der Ansicht, dass man es gern irgendwo anbringen würde, wenn man denn dürfte. Es war später Nachmittag gegen 17:00 Uhr als wir uns der Lokalität an der Strandpromenade näherten. 26° C Lufttemperatur legten uns nahe uns einen Platz auf der Terrasse zu suchen. Eine große Tafel lud uns mit großen handgemalten Kreidebuchstaben dazu ein. "Terasse bis 20:00 Uhr geöffnet". Jedoch waren nur die Hälfte der Gartenmöbel mit Sitzpolstern bestückt bzw. die Hälfte der Tische eingedeckt. Warum das so war, bekamen wir mit, als wir selbst einen Platz gefunden hatten. Sobald eine Tisch frei wurde, sprintete eine Angestellte mit den herannahenden potentiellen Gästen um die Wette. Nicht um sie herzlich zu begrüßen, sondern um die Polster und die Tischdecke herunter zu reißen. Nur wenige Gäste hatten wie wir das bessere Ende für sich und konnten Platz nehmen. Glückliche wie wir konnten den lauten und ausschweifenden Vorträgen einer Bedienung über blöde und schwitzende Gäste hören, die sich in diesem Jahrhundert- Sommer bei 40° C im Schatten heiße Speisen bestellten und denen die "Soße" in Sströmen den Körper entlang rann.

Fischimbiss Ahrenshoop
Menschen aus unterschiedlichen Bundesländern können eigenartige Verständigungsschwierigkeiten haben, da sie das eigene Idiom dem Hochdeutschen in jeder Lebenslage vorziehen. Wenn nun im hohen Norden ein Mitmensch aus dem Land Baden- Württemberg an einer Fischtheke etwas bestellt und sich krampfhaft weigert das in einer allgemein verständlichen Sprache, dann kann es zu Missverständnissen kommen. Klar, dass die Bedienung sich lautstark durch den ganzen Raum über "den Blödmann" mit der Kollegin am anderen Ende der Küche verständigen muss. Ist doch lustig für alle Beteiligten, die das mit anhören durften. Außerdem diszipliniert es das andere hungrige Pack.

"Kutter 4" Saßnitz
Absoluter Höhepunkt der zweifelhaften Hitparade war mit Sicherheit der Aufenthalt im Fischlokal "Kutter 4" in Kutter4Saßnitz. 20 Minuten nach der Bestellung kam die Bedienung und sagte uns, dass sie vergessen habe was wir essen wollten. Sie nahm es erneut auf und wir blieben verständnisvoll. Bei dem Hochbetrieb konnte so etwas schon mal passieren. Als nach weiteren 30 Minuten auch alle anderen Gäste, die nach uns gekommen waren ihr Essen bekommen hatten und teilweise schon bezahlt hatten, wurden wir deutlich verständnisloser. Doch statt einer Entschuldigung bekamen wir nur das Angebot, uns selbst in die Küche zu stellen,wenn es uns nicht schnell genug ginge.
Der geneigte Gast erfuhr erst an der Toilettentür, dass man einen Schlüssel an der Theke holen mußte, bevor man die Örtlichkeit aufsuchen könne. "Verdammte Ostnostalgie, was die bloß alle daran finden" schimpfte ein Gast, der diese Toilettenerfahrung machen durfte. Dem gibt es nicht hinzuzufügen.

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